Kråftvolle Psalmworte 2027, auf gut Österreichisch
mit hochwertig übersetzten Bibelversen, da wir auf fundiertes Fachwissen und mehr als 20 Jahre einschlägige Erfahrung zugreifen dürfen.
Hier findest du Musik und Infos zu den einzelnen Monaten bzw. zu den Psalmworten, die Kraft vermitteln und ein glücklicheres Leben begünstigen. Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich, aber aufgrund der musikalischen Vielfalt dürfte hier für jeden etwas dabei sein.
Welche Lieder gefallen dir am besten? Vielleicht möchtest du ganz unten dazu abstimmen.
Jänner

Foto: Skigebiet Dachstein West
Text: Dama wås guat is. Låss ma bleibm, wås ned Recht is. Verfoig ma Friedn ehrgeizig ois Ziel. Psalm 34,15
Gedanken dazu:
Interessant ist, dass nicht unbedingt die Menschen am glücklichsten sind, die vieles haben, wovon die Bevölkerung träumt. Etliche Studien belegen, dass Menschen mit einem schweren Schicksalsschlag wie z.B. einer Querschnittslähmung oder mit einem Glückstreffer im Lotto, nur für eine Weile von ihrem durchschnittlichen Glücklichkeits-Niveau abweichen. Irgendwann kehren die Meisten wieder zu ihrem vorherigen Level zurück. Erstaunlich, warum ist das so?
Im Jänner machen wir manchmal gute Vorsätze, um wichtige Ziele potentiell leichter erreichen zu können. In unserem Psalmwort für diesen Monat geht es auch um Ziele, die uns langfristig ein Stück glücklicher machen. Sie bieten auf Dauer mehr Freude als einmal kurz etwas zu genießen. Freilich ist es auch schön und richtig, wundervolle Dinge zu genießen. Aber ist da vielleicht noch mehr? Geben macht glücklicher als empfangen oder sogar wegnehmen. Geben macht nicht nur uns, sondern auch die Menschen um uns glücklicher, es fördert Frieden, den wir letztlich alle wollen und brauchen. Jedenfalls ist schon mal gut: Frieden lässt sich als Ziel setzen. Wir können dieses Ziel links liegen lassen oder wir können ehrgeizig daran arbeiten, zumindest was uns selbst betrifft. Die Früchte lohnen sich. Was wir säen, ernten wir. Verhalten ist leider, oder aber auch zum Glück, ansteckend. Wir möchten nicht in Unrecht verwickelt sein. Was nicht Recht ist, lassen wir einfach bleiben. Das macht ein Stück glücklicher.
Wem kannst du heute eine kleine Freude machen?
Februar

Foto: Gamsfeld bei Rußbach im Hintergrund, A.B.
Text: Er verteilt Schnee wia Schåfwoi; und Reif, dass wia ånzuckert is*. Psalm 147,16
*Oder “streut Reif wia Staub”
Gedanken dazu:
Die weißen Kristalle glitzern in der Abendsonne – ein verschwenderischer Überfluss an Schönheit vor unseren Augen. Und irgendwann schmelzen Schnee und Eis wieder. Diese prachtvollen Elemente hat Gott, der Schöpfer der Erde, für uns Menschen gestaltet, damit wir uns darüber freuen. Wie ein Künstler ein Bild gestaltet, so überzieht auch er die Landschaft mit unterschiedlichen Farben und Effekten, dreidimensional. Das Bild vor unseren Augen lebt buchstäblich, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Welch enormes Niveau an Kreativität, Intelligenz, Schöpfungsmacht, aber auch Liebe steckt doch dahinter.
Übersetzung: Die Dichter der Psalmen verwenden gerne sinnbildliche Sprache und poetische Stilmittel, wie z.B. Parallelismus oder eine gezielte Wiederholung von einzelnen Buchstaben. In diesem Psalm kann man erkennen, dass der Dichter sich im gewissen Sinne wiederholt: Schnee & Reif, Wolle & Staub (Zucker), senden & verstreuen. Noch deutlicher wird dies freilich, wenn man den gesamten Psalm liest. Damit ist dieser Psalm ein schönes Beispiel für Parallelismus.
März

Foto: Blüten, Wachau, A.B.
Text: Der Stoa, den d’ Bauleit verworfm håbm, is da trågende Eckstoa wordn. Psalm 118,22
Gedanken dazu:
Haben wir nicht alle schon mal Dinge weggeworfen, die wir später eigentlich nochmal gebraucht hätten?
In diesem Psalmwort geht es um mehr als nur ein kleines Hoppala. Die Fachkräfte haben gleich den wichtigsten Stein aussortiert, womöglich sogar wissentlich, weil er nicht der Norm entsprach. Es überrascht, dass dieser Vers tatsächlich im Alten Testament steht. Im Neuen Testament wird er öfters zitiert und auf Jesus bezogen.
Weil Jesus bedrohlich wirkte, wurde er von den damaligen religiösen Experten zur Seite befördert. Zu Unrecht, denn er ist das starke Fundament, auf das sich langfristig stabil bauen lässt. Zu Ostern werden wir daran erinnert, dass Jesus verworfen wurde (Karfreitag) und zum Eckstein wurde (Ostersonntag).
Nocheinmal mit anderen Worten: Der wichtige Stein ist wie eine Schlüsselfigur in der Friedensverhandlung zwischen uns und Gott. Ohne diese Schlüsselfigur würde es für uns schlecht aussehen. Diese Schlüsselfigur hat die offene Rechnung für uns selbst bezahlt. Ist das eine ungewohnte Perspektive? In Europa wird heutzutage Gott kaum noch als strafender Machthaber wahrgenommen. Zu kurz gedacht? Ohne Strafe ist nämlich auch keine Begnadigung möglich. Es bräuchte keinen Retter, wenn es nicht ein Problem gäbe. Es macht also keinen Sinn zu denken, Gott wäre nur nachsichtig – ohne jegliche Strenge. Gott ist gleichzeitig: barmherzig, gerecht und liebevoll streng. Auch heute noch. Er verändert sich nicht. Mit seiner liebevollen Barmherzigkeit dürfen wir jedenfalls rechnen, wenn wir auf diesen stabilen Stein bauen.
April

Foto: geschlossene Olivenblüten, Symbolbild
Text: Beim Himmelvåter bin i wia a Olivenbam, der guat gedeiht. I verlåss mi fia oiwei auf sei Lieb und Treu*. Psalm 52,10
*Oder “sei Güte”
Gedanken dazu:
Es hat mich überrascht und begeistert zu sehen, dass es auch in Österreich Olivenbäume gibt. Wer möchte, kann am Internet gezielt danach suchen. Da wären z.B. die Olivenbuam oder die Agrorebels.
Solange es nicht kälter wird als rund -5° können manche Olivensorten auch bei uns gedeihen. Der Olivenbaum ist extrem resistent gegenüber Trockenheit. Extreme Kältephasen oder Staunässe verträgt er jedoch nicht. Es handelt sich um eine sehr wertvolle Pflanze. Das Holz, die Früchte und das Ölivenöl sind sehr begehrt und hoch geschätzt. Die Wurzeln des Baumes gehen ordentlich in die Tiefe, zumindest an Stellen wo dies möglich ist. An einem “hervorragenden Platzerl” kann ein Olivenbaum 1000 Jahre und auch noch älter werden. Wie sieht so ein gutes Platzerl nun aus?
Der Psalmdichter verrät uns, dass für uns Menschen dieses ideale Platzerl zum gedeihen “in seinem Haus”, also bei Gott ist. Da ist der Mensch dann quasi in seinem Element. Er vertrocknet nicht, er kann ungehindert gedeihen. Er blüht auf, wächst und ist “genießbar”. Die Früchte sind herrlich und tragen zur Gesundheit der Empfänger bei. Zudem hat auch die Wirtschaft etwas davon, wie vom Olivenöl.
Mai

Foto: Glückliche Rinder, A.B.
Text: HERR, du låsst Grås wåchsn fia ’s Vieh und a Pflånzn fia uns Menschn, damit ma vom Anbau lebm kinnan. Psalm 104,14
Gedanken dazu:
Rinder wie diese stehen garantiert nicht auf einem Feld mit nur einer Sorte Gras. Glückliche Rinder haben ein gutes Platzerl, z.B. auf einer Alm und werden vom Meister des Universums versorgt. Bisher konnte man neben der Erde keinen anderen Planeten finden, auf dem Mensch und Tier leben könnte.
Gott hat die Rinder geschaffen, er kümmert sich auch um sie. Und um uns Menschen. Über Jahrtausende hinweg waren sich Menschen bewusst, dass Gott hinter der Ernte von Pflanzen und Früchten steht. In Zeiten des Überflusses gerät dies manchmal etwas aus den Augen. Das war schon immer so. Im Vaterunser werden wir erinnert, um das tägliche Brot zu bitten. Und Gott versorgt gerne, wir danken ihm dafür.
Der Psalmendichter erinnert uns, dass der HERR Regen, Sonnenschein etc. verwaltet und vitaminreiche Gräser und schmackhafte Kräuter sprießen lässt. Wenn dieses feine System vom Gewohnten abweicht, sehen wir die Auswirkungen sehr schnell. In einem afrikanischen Land konnte ich hautnah miterleben, wie es ist, wenn es monatelang nicht regnet und z.B. zwei Ernten hintereinander ausfallen. Staub überall. Menschen dort reagierten auf solche Situationen verständlicherweise oft überraschend rasch mit Gebet und versuchten zudem verstärkt “unfaire Gschichtln”, Unrecht etc. zu stoppen und zu vermeiden.
Juni

Foto: Festung Hohensalzburg, A.B.
Text: Fia ‘n Unterdrucktn* is der HERR a Festung, a sichere Burg in schwierign Zeitn. Psalm 9,10
Der Leidgeplagte braucht sei Hoffnung ned aufgebm. Psalm 9,19b
*Oder “Fia ‘n Ausgnutztn”
Gedanken dazu:
Die Festung Hohensalzburg ist ein bekanntes Motiv. Hier wurde sie vom Kapuzinerberg aus fotografiert. Diese gut erhaltene Wehranlage steht mitten in der Stadt und nimmt, je nach Rechenweise, 7000 bis 14000m² in Anspruch. Sie wurde nie mit Gewalt eingenommen, obwohl sie schon eine schöne Weile an ihrem Platz steht.
Privilegierte konnten sich früher bei Gefahr in Verzug in Burgen begeben um Verteidigung und Schutz zu finden. Man kann sich gut vorstellen, dass Leute sich rasch dorthin begeben haben, wenn sie die Möglichkeit dazu hatten.
Der Psalmendichter beschreibt, dass Unterdrückte, Ausgenutzte bzw. auf schwerwiegende Weise Benachteiligte, wie privilegierte VIPs bei Gott Schutz und Verteidigung finden. So kann man sich gut vorstellen, dass Leute über Jahrtausende hinweg sich aufmachten um unter diesen Schutz zu gelangen. Der Leidgeplagte braucht seine Hoffnung nicht aufgeben. Nach dem Regen scheint die Sonne wieder. Die Krise dauert nicht ewig.
Juli

Foto: Obertauern, A.B.
Text: I verlåss mi auf dei Lieb und Treu*. Du rettest mi, drum hupft mei Herz vor Freid. Dir, HERR, sing i a Liad, wei du so guat zu mir bist. Psalm 13,6
*Oder “dei Güte”
Gedanken dazu:
Auf Englisch kann man etwas “von Herzen lernen” (= auswendig lernen) oder “das Herz am Ärmel tragen” (Gefühle offen zeigen). Man kann sein Herz auch “kreuzen” (schwören).
Im deutschen Sprachraum gibt es auch viele interessante Redewendungen in Verbindung mit dem Herzen. Solche Ausdrücke lassen sich oft nicht 1:1 übersetzen. Und meist stellen wir uns solche Aussagen nicht bildlich vor: Man kann sein Herz verlieren. Man kann ein oder kein Herz für etwas haben. Man kann ein großes Herz haben. Es kann einem ein Stein vom Herzen fallen. Man kann es ausschütten. Es kann in die Hose rutschen. Man kann es aber auch auf der Zunge tragen. Und es kann vor Freude hüpfen.
Aufgrund solcher sprachlichen Unterschiede übersetzen wir manche Stellen der Psalmen sinngetreu und nicht allzu wörtlich. In diesem Fall steht im Urtext “mein Herz jubelt” und mit “mein Herz hüpft vor Freude” sind wir sogar auch mit dem Wortlaut schon sehr nahe am Original.
Das Wort für “Liebe und Treue” kommt auch in unserem Psalmwort vor. Es lautet im Alten Testament ursprünglich “Chesed”. Es ist breiter zu verstehen als nur z.B. Treue oder nur Liebe, daher geben wir es gerne auch im Deutschen sehr breit formuliert wieder.
Der Psalmendichter hat seine Hoffnung auf Gott gesetzt und wurde nicht enttäuscht. Er hat guten Grund für echte Freude und drückt dies auch entsprechend aus.
August

Foto: Donau, Schlögener Schlinge, A.B.
Text: Ois wås lebt, soi a Lobliad auf ’n HERRN singa. Halleluja! Psalm 150,6
Gedanken dazu:
Die Donau meandert in Oberösterreich, bei Schlögen, durch die Gegend. Die mächtigen Wassermassen haben sich einen Weg gesucht, gebahnt. Genauso darf sich auch unser Respekt und unsere Dankbarkeit Gott gegenüber durch unser Leben einen Weg bahnen. Da wo all das reichlich vorhanden ist, wird dies auch sichtbare, tiefe, wunderschöne Spuren hinterlassen. Wenn uns etwas sehr beschäftigt, dann kommt dies auch unweigerlich an die Oberfläche. Es kommt gewollt oder ungewollt auf die eine oder andere Art und Weise zum Ausdruck. Man muss nicht verpflichtend im Kirchenchor singen, um Gott ein Lied zu singen. Lassen wir es einfach auf unterschiedliche Weise authentisch sprudeln, mit oder auch ohne Musikinstrumente. Der Himmelvater verdient unseren Respekt, unsere Ehre, unseren Lob und Dank – Hauptsache authentisch. Es beginnt oft mit der inneren Haltung, der Rest kommt wie von selbst.
Für die sprachlich Interessierten: Das Wort Halleluja bedeutet soviel wie “Lobt den Herrn!” und könnte ursprünglich aus dem hierzulande wenig bekannten Trillerjubel bzw. Ideophon “lelelele an Gott” enstanden sein. Man jubelt damit Gott ehrvoll und dankbar zu. Der Trillerjubel wird auf diese Weise auch heute noch z.B. auf Hochzeiten in manchen Ländern praktiziert. Er wird in solchen Ländern normalerweise nicht leichtfertig einfach so in den Mund genommen. Es ist nach wie vor ein sakraler, festlicher Ausdruck, auch wenn er mit überschwänglich freudiger Emotion zum Ausdruck gebracht wird. Wir finden das interessant, heilige Momente müssen nicht unbedingt “still, ernst und ruhig” gefeiert werden.
September

Foto: Kitzeck, Südsteiermark, A.B.
Text: I werd da von Herzn Danke sågn, HERR. Mittn unter de Leut werd i guat über di redn – di lobm. Psalm 109,30
Gedanken dazu:
Die fleißigen Weinbauern in der Südsteiermark kümmern sich um ihre Weingärten. Gott ist wie so ein Weingärtner. Er hegt und pflegt, er hält Krankheiten und Schädlinge fern und ergreift Maßnahmen, die ideal sind für die Fruchtbildung. Was nicht hilfreich ist kommt also weg. Er setzt sich auch für uns auf diese Art ein, er kümmert sich um uns. Und er steht zu uns, immer. Er schaut nicht weg. Er lässt uns nicht alleine im Regen stehen. Er wendet sich nicht einfach ab.
Der an sich sehr mutige Petrus hat es nicht immer geschafft zu seinem Meister und echten Freund Jesus zu stehen, aber er hat sich sichtlich bemüht. Er wollte Jesus verteidigen, zu ihm halten, zu ihm stehen. Er wollte nicht in irgendeiner Form schlecht über ihn reden, weder vor, noch hinter seinem Rücken. Jesus gab ihm eine neue Chance, nachdem er ihn in einer brenzeligen Situation verleugnet hatte.
Diese positive Einstellung – Gott zu ehren und zu ihm zu stehen – hatte auch der Psalmendichter hier. Und so macht er Gott groß vor den anderen Leuten. Während einer Fußball WM kann man auch heutzutage gut beobachten, wie sich Fußballstars vor der ganzen Welt loyal zu Gott bekennen.
Oktober

Foto: Dachstein mit Gletscher, Gosausee, A.B.
Text: Wås fia a Segn, wånn oan ’s Fehlverhoitn vergebm is, wånn oan d’ Schuld nimma vorg’haltn wird.
Då is ma guat drån, wånn der HERR ned mit oan åbrechnet und ’s Gwissn sauber is. Psalm 32,1-2
Gedanken dazu:
Aus Fehlern können wir lernen. Wir machen alle Fehler, wenn wir mal genauer hinsehen. Wer ist schon immer liebevoll, selbst unter heftigem Druck? Gott bezeichnet es als schweren Fehler, wenn wir uns nicht rücksichtsvoll und liebevoll verhalten. Zum Glück entsteht viel Gutes und es ist extrem befreiend, wenn Fehler bewusst vergeben werden. Das ist garantiert nicht immer leicht und gelingt vielleicht nicht auf Anhieb. Niemand behauptet, dass das stets einfach wäre, aber Übung macht den Meister.
Grundsätzlich ist es keine gute Idee schwerwiegendes Fehlverhalten einfach zu ignorieren, unter den Teppich zu kehren. Wie dem auch sei, wenn man bewusst vergibt, kann man Fehler jedoch gezielt zudecken, nicht mehr vorhalten. Was passiert, wenn wir Fehler nicht in irgendeiner Weise wieder zum Vorschein ziehen, damit das Gegenüber sein Gesicht nicht verliert und wieder mit einer weißen Weste in Würde dasteht? Das macht bekanntlich sowohl den Versager als auch den Geschädigten frei.
Man kann natürlich versuchen Vergehen irgendwie abzurechnen, zurückzuzahlen, die andere Person zu beschämen, auszugrenzen, an den Pranger zu stellen. Man wird dabei aber selber nicht glücklich, sondern bitter. Gott vergibt uns, wenn wir auch bereit sind anderen zu verzeihen, wenn wir anderen auch eine zweite und dritte Chance… einräumen. Das heißt ja nicht, dass man sich alles gefallen lässt – natürlich muss man auch gesunde Grenzen ziehen. Manchmal ist sich das Gegenüber nicht einmal bewusst, was genau “nicht gut ankommt”.
Kinder sind uns ein Vorbild bezüglich dem Verzeihen, sie können in der Regel nach einem Konflikt sehr rasch und wiederholt “Sama wieder Freunde” sagen. Wenn Gott uns verzeiht, dann sind wir auf alle Fälle “gut dran”.
November

Foto: Bischofsmütze, Filzmoos, A.B.
Text: Der HERR sågt zu mir „I zoag da den Weg, denst geh soist. I schau auf di, beråtn möcht i di“. Psalm 32,8
Gedanken dazu:
Zu Füßen der schroffen Bischofsmütze (2454m) liegt die wunderschöne Ortschaft Filzmoos im Bundesland Salzburg. Hier lässt es sich unvegessliche Wanderungen unternehmen, z.B. zum Almsee oder auf die Hofpürglhütte – traumhafte Aussicht. Die Routen auf die Bischofsmütze haben es jedoch ziemlich in sich. Dieser Berg zählt zu den herausfordernden Kletterbergen. Man kann sich gut vorstellen, dass die steilen Passagen, Eis oder Steinschlag Gefahrenpotential in sich tragen. 1993 donnerten gar 250.000 Tonnen Steinmasse runter. Einer meiner Schulkollegen wurde damals auf seiner Tour unangenehmerweise Augenzeuge davon. Das war ein Dröhnen und Stauben! Es gibt verschiedene Routen auf diesen Berg. Welchen Weg sollte man wählen?
Das fragen wir uns auch manchmal im Leben, wenn wir vor Entscheidungen stehen. Wir wollen gute Entscheidungen treffen. Weil Gott uns liebt, und das Beste für uns will, möchte er uns gut beraten, uns einen guten Weg zeigen. Wenn wir ihm das erlauben, uns Zeit nehmen, unsere Blicke auf ihn richten, dann können wir seine Kommunikation leichter wahrnehmen, seine Augen verraten uns viel. Er sieht uns jedenfalls an. Er schaut auf uns. Um uns vor “Schmarren” zu bewahren, möchte er mit Strafen grundsätzlich lieber nicht arbeiten. Das kommt dann im nächsten Vers eindeutig zum Ausdruck.
Dezember

Foto: Heimathaus Gosau, Kripperl nachträglich hinzugefügt, A.B.
Text: Fia Leut, die Gutes im Sinne håbm,* scheint in dunkler Zeit a Liacht. Psalm 112,4a
*Oder “Fia ‘n Aufrichtign”
Gedanken dazu:
Jährlich im Advent findet beim Heimathaus in Gosau die Bergweihnacht, ein schöner Adventmarkt mit toller Stimmung, statt. Details wie das Kripperl im Vordergrund wird man nicht auf diese Weise dort sehen, denn wir haben es nachträglich im Bild eingefügt. Die Technik macht es möglich. Aber ganz ohne Licht – in irgendeiner Form – wird man den Markt während der Öffnungszeiten auch heutzutage nicht vorfinden. Könnten wir auf das Licht nicht mittlerweile verzichten? Es hat schließlich schon eine Weile gescheint. Wären die vielen Stunden nicht viel gemütlicher ohne Licht? Müssten wir die Waren, Köstlichkeiten und uns bekannten Leute nicht auch ohne Licht dort zu finden wissen? Würde die Stimmung am finsteren Markt wohl steigen oder in den Keller sinken?
Spaß beiseite. Der Markt hatte bisher immer wunderbare Beleuchtung. Wir brauchen Licht. Lebewesen haben Licht nötig. Punkt. Freilich ist es bekannt, dass Jesus das Friedenslicht für die Menschheit geworden ist. Brauchen wir dieses Licht heute auch noch? Geht es vielleicht auch ohne Friedenslicht? Er schafft Leben, wenn wir ihm erlauben für uns zu scheinen. Danke, Himmelvater, für dein Licht!
Für die sprachlich Interessierten: Dieser Vers kann legitim auf gleich mehrere Weisen verstanden werden, da er im Original schon recht vage formuliert wurde. Auch die Interpretation, dass ein guter Mensch für andere aufrichtige Menschen wie ein ermutigendes Licht scheint, ist legitim und kommt in manchen Bibeln so vor. Diese Interpretation bedeutet ja nicht, dass Jesus nicht dennoch das wahre Licht ist. Sind wir für einander ermutigend?
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