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Psalm 150
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Freiwillig mitmachen z.B. als Feedback-Sammler für Verse in regionaler Sprache – wir freuen uns, bitte einfach melden.
Gedanken & Mythen zum Thema Genauigkeit von Bibeltexten
Unsere Kalendertexte (Kraftvolle Psalmworte aus der Bibel) in Regionalsprache gehören zur Kategorie sinngetreu-kommunikativ übersetzt, nicht in die Kategorie „Übertragung“. Fachleute der Bibelübersetzung verwenden den Begriff Übertragung eigentlich nicht, weil jede professionelle Übersetzung der Bibel, sowohl die sinngetreu-kommunikative als auch die wortgetreue Variante (und alles dazwischen), sich gewissenhaft am Urtext orientiert. In der Praxis muss der Leser im deutschsprachigen Raum fast nur zwischen eher sinngetreuen und eher wortgetreuen Übersetzungen wählen. Beide Varianten können Missverständnisse auslösen. Tatsächlich „frei“ sind also nur ganz, ganz wenige Versionen – also frei im Sinne von „unsystematisch frei nacherzählt“. „Frei“ wird allzuschnell mit „sinngetreu“ verwechselt. Sinngetreue Übersetzungen sind genaugenommen nicht „frei“. Beipielvarianten: bitte siehe weiter unten!

„Kannst du mir eine Hand geben?“ – das ist offensichtlich eine zu wortwörtliche Übersetzung der englischen Redewendung „Can you give me a hand?“. Die englische Redewendung bedeutet so viel wie „Kannst du mir bitte mal helfen oder hilf mir bitte kurz“ und nicht „kannst du mir die Hand schütteln“ oder „mich hochziehen“. Niemand kommt in diesem Fall ernsthaft auf die Idee, dass „Kannst du mir eine Hand geben?“ die bessere Übersetzung wäre – obwohl dies wortwörtlich gesehen näher am englischen Text liegen würde. Übersetzungen, die sich zu sehr an einzelnen Wörtern orientieren, können also im Worst-Case-Szenario Missverständnisse hervorrufen und in diesem Sinne ungenau sein.
Ziemlich relevant – aber wenig beleuchtet – ist in diesem Zusammenhang auch, dass ein Wort einer Sprache selten 1:1 genau die gleichen semantischen Bedeutungsfelder des „quasi equivalenten“ Wortes einer anderen Sprache abdeckt. In der Norm bestehen also im Vergleich zum übersetzten Wort fast immer weitere oder andere Nuancen und Bedeutungen. Beispiel: Das Wort für „hören“ bedeutet in manchen Sprachen nicht nur „akustisch hören“, sondern zugleich auch „deutlich verstehen“. Glaube kommt also vom verstehen (zeitgleich hören + verstehen) in manchen Sprachen, obwohl dort nur das Wort „hören“ verwendet wird (siehe Röm. 10,17).

Gehen wir kurz noch einen Schritt weiter. Auch die Grammatik kann sich mitunter von Sprache zu Sprache unterscheiden, obwohl die Bedeutung des Gesagten gleich bleibt. Wir sehen uns hierzu nochmal die englische Redewendung „Can you give me a hand?“ an. Die Übersetzung „Hilf mir bitte mal!“ ist rein grammatikalisch gesehen keine Frage, sondern ein Befehl. Dennoch wird sie meist als Bitte oder Frage verstanden. Professionelle Übersetzungen folgen der Grammatik der Ausgangssprache also nicht immer automatisch oder blind 1:1 – das würde aus linguistischer Sicht teils sogar unmöglich sein. In unserem Beispiel „Can you give me a hand?“ macht es durchaus Sinn die Frage mit einer Frage zu übersetzen, aber der Punkt den wir hier machen wollen ist, dass auch eine andere grammatikalische Lösung sinngemäß legitim wäre.

„Kannst du mir eine Hand geben?“
Fazit: Kommunikative Übersetzungen sind in der Regel genauer als man auf den ersten Blick denkt. Wortorientierte Übersetzungen haben natürlich auch so manche Vorteile, sind aber nicht automatisch genauer. Mehr darüber lesen? Die Fortsetzung findest du weiter unten auf dieser Seite.
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Zum gesamten Sortiment
Gut eingesetzt, kann die Verwendung von Regionalsprache bzw. Dialekt unsere Kommunikation bereichern. Wir laden zum schmöckern und Wortbaden auf Regionaljuwel.at ein. Und ja, hier stehen auch einige wunderschöne Waren in gewohnter deutscher Schriftsprache zur Verfügung. Wir finden, das lässt sich prima kombinieren, da viele von uns ohnehin beides, Regionalsprache und Standardsprache im Alltag verwenden. An den Bibeltexten arbeiten Fachexperten mit rund 20 Jahren Erfahrung in diesem Bereich mit.
Entdecken Sie die inspirierende Welt der christlichen Karten und Kalender! In einer Zeit, in der wir oft nach Orientierung, Frieden und Sinn suchen, bieten diese Produkte eine wunderbare Möglichkeit, unseren Glauben im Alltag lebendig zu halten. Lassen Sie sich von inspirierenden Versen begleiten, die Ihnen helfen, den Fokus auf das Wesentliche zu legen und Ihre Spiritualität im Alltag zu vertiefen.
Auch Empfehlenswert: Leute aus Österreich erzählen aus ihrem Leben zum Thema: Gott is ma unterkumma
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findest du hier (auf Pinterest).

Fortsetzung
Ein kleines Beispiel für eine wortnahe Übersetzung wäre vielleicht der Ausdruck μονογενοῦς als eingeborener Sohn (Joh. 3,16). Das hat hier nichts mit „Einheimischen oder Eingeborenen“ zu tun. Daher wird in vielen Bibelübersetzungen hier mittlerweile der Ausdruck „einzig“ verwendet.
Andere Beispiele wären: der Stock / Stecken / Stab, der tröstet (Psalm 23) oder Gottes Auge auf mir (Psalm 32). Dem Autor und seiner ursprünglichen Zuhörerschaft war es klar um was es ging – davon können wir schon ausgehen. Der Durschnittseuropäer heute fragt sich jedoch fast schon unweigerlich, was jetzt hiermit eigentlich gemeint war. Praktisch gesehen kann dies zu unterschiedlichen Interpretationsvarianten und somit zu einem Rätselraten, zu Ausschminkungen oder im schlimmsten Fall zu einer unpassenden Übersetzung der Übersetzung führen. Im weniger kritischen Fall wird schlicht und einfach nicht so recht verstanden um was es geht – allerdings hat dann die Übersetzung ihr Ziel an dieser Stelle womöglich nicht erfüllt. Vielleicht auch schon, denn manche Phrasen werden von den Fachleuten bewusst vage gehalten, z.B. wenn der Urtext mehrere Auslegungen zulässt. Kommunikative, also sinngetreue Übersetzungen, kommen dem Leser jedenfalls entgegen. Sie versuchen in kniffligen Fällen, fachlich wohlüberlegt, ein Stück zu steuern. Es wird z.B. nicht vom Leser erwartet, dass er sich vorab über Parallelismus als Stilmittel der Poesie in den Psalmen schlau macht. Möchtest du noch mehr Info zu Psalm 23 und anderen Psalmworten, dann kannst du hier noch etwas mehr dazu lesen.
So manche Diskussion über Bibeltexte könnte man sich durch die vermehrte Verwendung von kommunikativen Übersetzungen womöglich ersparen. Sehr wortgetreue Übersetzungen erfordern zumindest an manchen Stellen schon eine überdurchschnittliche Portion Fachwissen. Übersetzer sind sich dessen bewusst und würden in solchen Fällen mitunter gerne kommunikativer übersetzen, befürchten allerdings, dass hierdurch die Akzeptanz des Textes gefährdet wird. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und das macht es Übersetzungsfachleuten nicht immer leicht, verständlichere Sprache zu verwenden, den Leuten quasi im Alltag auf’s Maul zu schauen – so wie Luther es damals ausgedrückt hat. Mancher Kritiker will das Altbekannte (oft nicht das Deutlichere). Lebende Sprachen verändern sich jedoch fortwährend. Umso wichtiger ist es, für diese Thematik ein gesundes, breites Verständnis zu fördern.
Bekanntlich kann man von zwei Seiten vom Pferd fallen. Unnötige Freiheit ist zwar nicht immer gleich falsch, aber für das Vertrauen in eine bestimmte Übersetzung nicht unbedingt förderlich. Einige Übersetzungen peilen einen Mittelweg an. Die Vorteile von beiden Seiten lassen sich allerdings nicht immer gleichzeitig optimal berücksichtigen.
Beispiele für Kategorien:
- vorwiegend wortgetreue Übersetzung: Elberfelder
- eher Mittelweg, zwischen wortgetreu und sinngetreu: Neue Genfer
- vorwiegend sinngetreue Übersetzung: Gute Nachricht
- Sonderfall: Volxbibel
Die Volxbibel ist nicht ganz leicht zu schubladisieren, sie bindet eine breite Internetkommune für Vorschläge mit ein. Freilich kann auch dort nicht jede Idee angenommen werden. Das Ergebnis soll wohl zum Denken anregen und diesen Zweck erfüllt die Volxbibel auch wirklich gut. Sie verwendet gerne Sinnbilder aus der heutigen Zeit. Manche Verse kann man als gelungen bezeichnen, andere Stellen widerum würde ich persönlich nicht als „übersetzt“ einstufen.
Und welche nun…? Wir schlagen vor, langfristig mehr als eine Version zu verwenden, eine jeweils andere Formulierung kann erfrischend wirken. Hier auf bibleserver.com kannst du sogar mehrere Versionen in Spalten direkt nebeneinander lesen.
Unsere Psalmwortkalendertexte fallen wie gesagt in die Kategorie „sinngetreue-kommunikative Übersetzung“. Für unsere Lieder verwenden wir teils diese sorgfältig übersetzten Texte und andererseits lassen wir uns manchmal einfach von Bibelstellen inspirieren, so wie andere Liederschreiber auch. Letzteres ist dann in der Regel deutlich gekennzeichnet mit „inspiriert durch…“ oder „based on…“ etc.
Die Hauptgedanken & 2 Bonuspunkte nochmals in Kürze:
- Kommunikative Übersetzungen sind mitunter sehr genau und gut verständlich. Leider werden sie immer wieder unterbewertet.
- Wortnahe Übersetzungen haben auch hohen Wert, sind aber nicht automatisch genauer. Der Leser muss besonders achtsam lesen und sich fundiertes Fachwissen aneignen (sprachwissenschaftlich, historisch, sozialanthropologisch, theologisches Wissen + Sprachkenntnisse). Halbwissen kann zu Fehlinterpretationen führen.
- Übersetzung & Sprache ist oftmals komplexer als von der Audienz angenommen. Kritik, die übers Ziel hinausschießt, erschwert den Fachleuten mitunter die Arbeit. Zudem gibt es oft mehr als eine einzelne Möglichkeit etwas korrekt zu übersetzen. Umso wichtiger ist es den jeweiligen Kontext zu beachten. Das kann man gar nicht genug betonen, denn die Bedeutung eines Wortes, eines Satzes oder eines Abschnittes hängt bekannterweise von der umliegenden Grammatik, Semantik und Thematik ab.
- Bonuspunkt: Aus sprachwissenschaftlicher Perspektive ist regional gefärbte Alltagssprache im Vergleich zur Schriftsprache nicht weniger und auch nicht mehr wert. Sie hat grundsätzlich die gleichen Kapazitäten Sachverhalte gründlich auszudrücken – unabhängig davon wie klein oder groß der Wortschatz einer Sprachvariante angeblich sei. So haben Sprachen mit vielleicht geringerer Wortanzahl oftmals andere Ausdrucksmöglichkeiten, etwa ein reicheres grammatikalisches System.
- Soziolinguistischer Bonuspunkt: Prestige einer Sprachvariante ist freilich nochmal ein ganz anderes Thema. Das Prestige einer Sprachvariante kommt und geht auf lange Sicht gesehen. Und ein Außenstehender bewertet eine Sprachvariante teils anders als ein aktiv nutzender Einheimischer, der urbane Mensch anders wie Sprecher weit außerhalb der Stadt. Soziale Gruppen und Schichten grenzen sich zusätzlich durch ihr Sprachverhalten von anderen ab.
Hier gibt es noch weitere Gedanken zu diesem Thema.
Und da warat nu a bissl was zum Thema Nachhaltigkeit.
