Notizen zu kraftvollen Psalmworten & Bibelworten

Was sind Psalmen?

Die Psalmen sind eine Sammlung von 150 Liedern und Gebeten in der Bibel, die sich an Gott richten. Sie wurden von verschiedenen Autoren, darunter König David, geschrieben und behandeln Themen wie Freude, Trauer, Krise, Dankbarkeit und Hoffnung, aber auch Gottes Ehre, Treue, Gerechtigkeit und Befreiung von Schuld und Schande. Sogar prophetische Elemente kommen vor. Durch ihre poetische Sprache und Tiefe sprechen die Psalmen uns heutzutage noch immer an und laden dazu ein, eine tiefere Beziehung zu Gott zu entwickeln. Da es eine breite Palette an Psalmen gibt, ist für Jeden etwas dabei. Psalmen sind somit nicht nur während schwierigen Zeiten relevant.

Psalmen & Österreich:

Mit den großteils in österreichischer Mundart bzw. Dialekt oder Regionalsprache sorgfältig formulierten Bibeltexten und Psalmworten wünschen wir den Lesern eine erfrischende Perspektive. Hier findest du zusätzliche Notizen, Gedanken und Fußnoten zu den einzelnen Passagen. Internationale bzw. auch überkonfessionelle Richtlinien stehen hier im Vordergrund – professionell. Viel Freude mit den Psalmen österreichischer Art, du findest diese in unserem Shop in Kalendern und Karten…

Bitte respektieren Sie unser copyright, vielen Dank! Keine Vervielfältigung ohne schriftlicher Genehmigung!

4. Mose 6,26-27 Segen für DICH

Nicht im Dialekt: siehe Text auf der Karte unten

Wer segnet: Gott, der Herr

Wer wird gesegnet: du, der Addressierte (zweite Person Einzahl oder im Kontext auch das Volk)

Gott blickt dich nicht wütend an, im Gegenteil, er leuchtet, strahlt dich freundlich, barmherzig, gütig, gnädig, wohlwollend, wohlgesonnen in guter Absicht an, ähnlich wie die Sonne die Berge anleuchtet.

Er wendet dir nicht seinen Rücken zu, sondern sieht dich liebevoll an. Er füllt dich, macht dich so quasi voll, mit seinem Frieden.

Der masoretische Text in hebräischer Sprache liegt den meisten modernen Übersetzungen des Alten Testamentes zugrunde. Der Westminster Leningrad Codex ist gemeinfrei verfügbar (2011, Wikimedia – J. Alan Groves).

Diese Version: Urheberrechte Fam. A. Bauer, nicht-private Verwendungszwecke nur mit schriftlicher Genehmigung.

Foto: A. Bauer, Alpenglühen in den Dolomiten

Psalm 23 Versorgt

Und wie klingt der Psalm 23 in österreichischem Dialekt?

Der HERR is mei Hirt, fehln wird ma oiso nix.

Der HERR sorgt dafia, dass i auf grüne Weidn bin und ausråstn kånn.

Er bringt mi a zum frischn Wåsser.

Er gibt ma neue Kråft.

Er fiahrt mi die richtign Wege — zu seiner Ehr.

Und wann i durch a finstas Toi geh, fiarcht i nix Schlimmes.

Du bist jå bei mia. Du bietest ma Schutz, des måcht ma Mut.

Du tischst ma a Festessn auf — meine Gegner miassn tatnlos zuaschaun.

Du empfangst mi ois Ehrengåst und schenkst ma großzügig ein.

Dei Freundlichkeit und Liebe begleitn mi Tåg fia Tåg.

Bei dir bleib i, mei gånzes Lebm lång.

Nach längerer Überlegung haben wir uns z.B. dafür entschieden “Stecken und Stab” nicht wörtlich zu erwähnen, da diese Phrase des öfteren nicht so ganz verständlich erscheint. Stöcke können zwar erstaunlich vielseitig verwendet werden, z.B. um einen Weg durch dorniges Gestrüpp zu bahnen, wurden allerdings in erster Linie wohl zur Verteidigung der Herden vor Angreifern verwendet oder auch um eine Herde zu lenken, im positivem Sinne und jedenfalls nicht zum streicheln. Wir haben tatsächlich über viele Jahre hinweg immer wieder Hirten bei Ihrer Arbeit gesehen, oft in rauer oder dorniger Umgebung.

Der vom Psalmautor beschriebene, resultierende Trost entsteht wohl durch die Gewissheit, dass der Hirte schützend anwesend ist und Sicherheit bietet. Wörtlichere Übersetzungen wissen wir dennoch auch zu schätzen.

Dieser Psalm ist wahrscheinlich jedem von uns geläufig. Mit dieser neu und doch sorgfältig formulierten Version in Mundart wünschen wir den Lesern eine frische und ermutigende Perspektive: am Besten einfach einwirken lassen. Was möchte der gute Hirte mir heute sagen?

Fußnoten:

  • Ps. 23,2 wortwörtlicher: “er läßt mich niederlegen”. Schafe grasen nicht nur, sondern benötigen auch einen Platz zum ruhigen Wiederkäuen usw. Dies könnte man z.B. auch mit dem Wort “weiden” zusammenfassen.
  • Ps. 23,2 wortwörtlicher: “zum stillen oder frischen Wasser” – gemeint ist wohl eine ungefährliche / unbedenkliche Trinkstelle. Denkbare Gefahren: reißende Flüsse, auf Beute lauernde Tiere am Ufer, verseuchtes Wasser usw.
  • Ps. 23,3 wortwörtlicher: “Wege der Gerechtigkeit”, aber oft auch als „sichere Wege“ übersetzt.

Psalm 29,11

Wir freuen uns, wenn Gott uns Kraft und Frieden schenkt. Segen: etwas Gutes, muss nicht materieller Natur sein. Gott ist in der Lage uns Frieden zu schenken, selbst wenn es rundherum nicht besonders rosig aussieht. Er kann seinen Frieden in deinem Leben dennoch durchbrechen lassen, wie Sonnenstrahlen eine Wolkendecke durchbrechen.

Psalm 36,6-7

Die Größe und Reichweite der Liebe (Güte, Gnade, Vergebung und Erbarmen), Treue und Gerechtigkeit Gottes werden hier bildlich sehr eindrücklich beschrieben. Sie haben kein menschliches, sondern ein himmlisches Ausmaß. Gott ist unbestechlich, nicht korrupt, fest wie ein Felsen, nicht oberflächlich und trifft tief durchdachte, gerechte Entscheidungen. Seine Liebe ist riesig. Untreu? Nein, so ist Gott nicht und das kommt Mensch und Tier zugute.

Psalm 36,10

Herr, du bist die Quelln, die uns Lebm schenkt und des Liacht, durch des ma seh’n.

Ohne Licht sehen wir bekanntlich nichts. Würde Gott nicht die Quelle des Lichtes für uns sein, wären wir in Dunkelheit. Würde er nicht sein Leben sprudeln lassen, würden wir nicht leben – in mehr als einer Hinsicht. Er gibt es, er schenkt es uns.

Psalm 37,1-8 Unrecht g’scheh’n?

Der Psalmschreiber ermutigt hier zu einer gelassenen Haltung voller Gottvertrauen inmitten einer aufwühlenden, unfairen Situation. Anstelle von Rache oder verbitterter Haltung rät der Autor zu guten Handlungen und Ruhe spendender Fokusierung auf Gott plus Geduld. Die Wahrheit kommt letztlich ans Licht, ermutigt er. Offensichltich sagt der Autor dies nicht leichtfertig.

Vers 5 sticht hervor: Vor allem ist es Gott, der dem Vertrauendem gibt, was er sich von Herzen wünscht. Im Zusammenhang damit wird betont, dass es wichtig ist, Freude am Herrn zu haben. Auf persönlicher Ebene erleben Menschen oft, dass Gott viele Wünsche früher oder später erfüllt, aber nicht alle, ähnlich wie auch ein Elternteil nicht alle Wünsche eines Kindes erfüllen wird, einfach weil nicht alle Dinge gut wären für das Kind.

Dieser Psalm wurde ursprünglich in Gedichtsform verfasst, als alphabetisches Akrostichon. Jeder Paragraph beginnt mit einem neuen Buchstaben in alphabetischer Reihenfolge.

Zusätzlich wurden einige Anfangsbuchstaben von Wörtern innerhalb eines Paragraphen wiederholt verwendet (Alliteration), allerdings nicht sehr ausgeprägt.

Ein Beispiel dafür wäre: n… n… n… wie in Na, ned neidig

Es ist fast unmöglich in einer Übersetzung die äußere Erscheinungsform eines Gedichtes vollständig zu erhalten. Wir haben dennoch sorgfältig versucht, die ursprüngliche literarische Form anzudeuten ohne auf die eigentliche Bedeutung zu verzichten.

Urheberrechte: Familie A. Bauer

Psalm 51,3-13 König David fleht um Vergebung

Hintergrund zu diesem Psalm: König David begeht Ehebruch mit einer Frau namens Bathseba und sorgt dann noch für den Tod des betrogenen Mannes. Gott sendet daraufhin einen Propheten zu David und konfrontiert ihn mit dem begangenen Unrecht.

Wie reagiert der König hierauf?

Er gesteht seine Fehler ein. Das war vermutlich nicht leicht als Herrscher einer Nation. Er entscheidet sich dazu Gott öffentlich um Vergebung zu bitten. Die gesamte Situation belastet ihn ziemlich und raubt ihm die Freude und Lebensenergie. Das erste Kind aus dieser Beziehung stirbt nach der Geburt. Und dennoch stammt der später noch geborene, berühmte und gesegnete König Salomo von den beiden ab.

“Mein Gott ist gnädig und vergibt! Er kann mich wieder ganz neu machen”, mit dieser Haltung tritt David also vor Gott – sicher nicht leichtfertig.

Fußnoten:

  • Ps. 51,7 Dieser Vers ist nicht einfach zu interpretieren. Es geht wohl darum, dass es den Menschen generell angeboren ist, sich egoistisch etc zu verhalten. Dieses Verhalten braucht man sich nicht erst abschauen. Es geht hier nicht um die Gene oder das Verhalten der leiblichen Eltern.

Psalm 103,1-3

Ein Rezept, das uns Kraft spendiert: „Nicht vergessen, was er für uns alles gemacht hat“. Wir dürfen uns das immer wieder bewusst in Erinnerung rufen. Dass Dankbarkeit positive Effekte hat, ist wohl unumstritten. Gott vergibt und hilft, das beantwortet zwar nicht alle unsere Fragen oder Zweifel, aber dennoch dürfen wir unser Vertrauen auf Ihn setzen, wenn etwas nicht nach unserem Plan läuft.

Psalm 113,3

Der Herr soll überall geehrt, verehrt bzw. gelobt werden, vom Osten bis zum Westen. Das soll so sein. So sei es. Interessant ist, dass der Osten und Westen varieren kann, je nachdem wo man sich gerade befindet. Der Ort selbst ist nicht wirklich maßgeblich. Manche Übersetzungen sind so gehalten, dass in diesem Vers sowohl ein Platz als auch eine Zeitangabe beim Lesen verstanden werden könnte (vom Sonnenaufgang bis…). In vielen Sprachen ist der Ausdruck für Osten: „wo die Sonne aufgeht“. Eine Zeitangabe ist einen Vers davor – 113,2 – auf alle Fälle vorhanden: „von jetzt bis in Ewigkeit“.

Psalm 117 in der Kürze

Der kürzeste Psalm der Bibel ermutigt alle Völker der Welt Gott zu loben.

Psalm 121 G’fahrn & Lösung

Man darf sich schon fragen, warum der Schreiber ausgerechnet zu den Bergen hinauf sieht, denn er erwähnt weiter nicht welche Berge dies wären etc. Jedenfalls erwartet er Hilfe von Gott selbst und nicht von irgendeiner anderen Instanz oder einem Platz.

Nach dem ersten Absatz, spricht der Autor Mut zu. Gott möchte uns Schutz bieten vor allerlei Gefahr, ähnlich wie ein unermüdlicher Hirte seine Schafe schützt. Siehe auch Psalm 23.

Psalm 127,1-2 Ohne Gottes Segen geht nichts

Die Kernausage dieses Psalmes ist wohl, dass ohne Gottes Segen nichts dauerhaft Bestand hat.

In Zeiten von Kriegen, Krisen, Verlusten, schwerer Krankheit, Tod, Katastrophen etc. sind manche Details dieses Psalmes leichter einzureihen als in Zeiten des Friedens, Wohlstandes und Überflusses. In schwierigeren Zeiten braucht es eventuell Wächter, Wiederaufbau, erholsamen Schlaf usw. Und es ist dann auch leichter nachzuvollziehen, dass man sein eigenes Glück eigentlich nicht so wirklich kontrollieren oder dauerhaft festhalten kann, selbst wenn man sich bemüht. Der Autor spricht von einem höheren, übernatürlichem Level. Er spricht von Gott, der dauerhaft über den Dingen steht. Das macht Mut, wenn wir uns an seine Seite stellen, denn er möchte segnen.

Psalm 131 ausgeglichen & geborgen

Was möchte der Autor in diesem Psalm vermitteln? Können wir den roten Faden in diesem Psalm entdecken?

Der erste Abschnitt beschreibt eine Person in Ausgeglichenheit und gesunder Selbsteinschätzung. Der zweite Teil beschreibt eine Person, die innerlich ruhig ist – sicher und geborgen. Im Abschluss weist der Psalmenschreiber darauf hin, dass der HERR eine solide Basis bietet.

Psalm 150 Die höchsten Töne für Gott

Halleluja bedeutet soviel wie „Lobet den Herrn“. Welche Wörter verwenden wir in der Mundart – wenn überhaupt – um Lob auszudrücken? Respekt! Hut ab! Loben für etwas… Ehren (Siegerehrung). Ein Loblied singen auf… Und auch Dank drückt Wertschätzung aus.

Um welchen Ort geht es hier in den ersten zwei Zeilen? Gemeint ist, zumindest an dieser Stelle, nicht ein Tempel oder eine Kirche. Gott wohnt an einem Ort, der nicht von Menschen gebaut ist.

Und um welche Musikinstrumente handelt es sich?

Erwähnt werden verschiedene Instrumente aus den Kategorien der Blasinstrumente, Saiteninstrumente und Rythmusinstrumente. Historisch gesehen haben die meisten Instrumente früher etwas anders ausgesehen als heute. Im wesentlichen Sinne geht es hier wohl kaum darum, welches Instrument ganz genau eingesetzt wurde oder wird. Hauptsache, Gott wird von Herzen gelobt, auch mit einer Vielfalt an Instrumenten.

Matthäus 11,28-29 fix & fertig


Ålle die (unter den auferlegtn Lastn1) leidn und sie so owiplogn, kommts ålle zu mia. I will eich / enk von der Låst befrein.

1Hier im weiteren Zusammenhang des angrenzenden Textes: “Lasten des Gesetzes / schwierigen Regeln religiöser Lehrer”.

Regeln können sehr wichtig und hilfreich sein, sogar wohlwollend schützen, aber wo es über das gesunde Maß hinausgeht auch belasten. Die Gefahr ist bekanntlich besonders hoch, wenn es an Liebe mangelt.

In dieser Bibelstelle bietet Jesus Christus Erleichterung an, insbesondere an Menschen, die unter ungerechtfertigten religiösen Vorschriften leiden. Es ist wohl auch nicht verkehrt diesen Vers breiter zu interpretieren. Es wären somit alle eingeladen, die fix und fertig sind – der Herr zeigt seine fürsorgliche Seite gerne.





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Zusammenfassung: Psalmen Österreich

Auf dieser Seite präsentiert Regionaljuwel.at Ausschnitte aus den Psalmen in österreichischem Dialekt plus hilfreiche Gedanken dazu.